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Schweizer Immobilien-Aktien als Favorit

Ein vorteilhaftes Geschäftsklima beflügelt viele Immobilien-Aktien und stellt unter anderem die Schweiz als Favorit dar. Eine wichtige Indexänderung verspricht zusätzliche Anlegernachfrage. Zeit, aussichtsreiche Titel zu suchen.

Der Immobilienblasenindex der UBS für die Schweiz ist zuletzt – zum Glück – etwas gesunken. Am Stock geht die Branche deswegen aber natürlich noch lange nicht. Vielmehr erfreuen sich Immobilieninvestitionen weiterhin grosser Beliebtheit und küren die Schweiz zum Favorit. So stieg etwa die Zahl der Schweizer Baubewilligungen in der ersten Jahreshälfte um rund acht Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Auch auf den weltweiten Immobilienmärkten läuft es nach wie vor rund – die für günstige Kreditaufnahmemöglichkeiten sorgende Niedrigzinspolitik der führenden Notenbanken lässt grüssen.

Besonders robust zeigt sich der Immobilienmarkt in den USA. Die Zahl der Neubauverkäufe stieg dort im Juli auf den höchsten Wert seit knapp einem Jahrzehnt. Die Analysten der Deutschen Bank rechnen für das Gesamtjahr mit einem Anstieg der realen Wohnungsbauinvestitionen von 6,3 Prozent. Ein Wert, der deutlich über dem erwarteten Wachstum für das US-Bruttoinlandsprodukt von 1,3 Prozent liegen würde. Selbst im kriselnden Europa sieht es gut aus. Laut Daten des auf international aktiven Wohnimmobilien-Investoren fokussierten Global Property Guide stiegen im ersten Quartal 2016 die Hauspreise in 18 von jenen 22 europäischen Staaten, zu denen entsprechendes Datenmaterial vorlag. 

Index-Veränderungen verstärken Anlegerinteresse

Wichtiger Favorit – Als einer der robustesten Märkte entpuppt sich dabei weiterhin der Immobilienstandort Deutschland. Ablesen lässt sich das auch am Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken. Dieser die Preisentwicklung der wichtigsten Marktsegmente in Deutschland abbildende Index legte im zweiten Quartal um 6,7 Prozent zu. Das Segment Wohnimmobilien entwickelte sich dabei mit einem Plus von 6,9 Prozent besonders gut, aber auch der Gewerbeimmobilienmarkt legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,8 Prozent zu. Auch in Europa ist die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien stark. Das zeigt sich unter anderem an einer Mietrendite beim European All-Property Prime Index, die sich mit 4,6 Prozent inzwischen sogar um 46 Basispunkte unter dem Niveau des Jahres 2007 bewegt. Zum Vergleich: Laut dem bankenunabhängigen Research-Institut Capital Economics betrug die Rendite zum Hochpunkt der EU-Krise im Verlauf des Jahres 2009 fast 6,5 Prozent. 

Immobilien sind somit vielerorts angesagt und dazu passen die Pläne von Indexanbietern wie MSCI und S&P Dow Jones. Diese führen ab Ende August einen eigenen Teilsektor für die Immobilienwirtschaft ein. Bis jetzt waren diese in den USA dem Finanzsektor zugerechnet. Durch die Schaffung eines eigenen Sektors stehen die Chancen auf verstärkte Kapitalflüsse in das Segment gut. Experten zufolge hat die bisherige Lösung zu einer Untergewichtung des Bereichs bei institutionellen Investoren beigetragen. Die UBS sagt dazu folgendes: «Es gibt Schätzungen, wonach das zu einem Kapitalfluss in US-REITs von 100 Milliarden Dollar führen könnte, falls Fonds auf eine neutrale Gewichtung umstellen sollten.»

Favorit Schweiz – Kursgewinne zeigen Wirkung bei den Bewertungen

Allerdings haben sich viele Immobilienaktien, speziell in den USA und in Europa, auch ohne eigenes Segment im Global Industry Classification Standard, der als Klassifikationsschema für unterschiedliche Industriezweige dient, in den vergangenen Jahren sehr gut geschlagen. Eindrucksvoll zeigt das der MSCI World Real Estate Index. Dieser grosse und mittelgrosse Immobilientitel aus 23 entwickelten Ländern enthaltende Index hat seit März auf Dollar-Basis 2009 ausgehend von einem Tief bei 61,67 Punkten in der Spitze bis auf ein Rekordhoch von 225,46 Punkten zugelegt. Allerdings stammt dieses Hoch bereits vom April 2015 und der jüngst unternommene Versuch, sich darüber zu etablieren, ist bisher gescheitert. Anschliessend ist der Index wieder auf aktuell gültige rund 215 Punkte zurückgefallen und wenn das frühere Hoch aus dem Jahr 2007 hinzugenommen wird, dann besteht die Gefahr eines Dreifach-Tops. Charttechnisch gesehen wäre somit ein erfolgreicher Ausbruch wichtig, um Zweifel am Fortbestand des seit März 2009 bestehenden Aufwärtstrends zu beseitigen. 

Diese Aufgabe erschweren Bewertungen etwas, die nicht mehr durch die Bank günstig sind. So beziffert der Indexbetreiber das Kurs-Buchwert-Verhältnis für die im MSCI World Real Estate Index enthaltenen Werte im Schnitt auf 1,66. Den Bewertungsdaten ist aber auch eine durchschnittliche Dividendenrendite von rund 3,3 Prozent zu entnehmen. Das ist im eigenen historischen Vergleich zwar nicht mehr üppig, aber gemessen an den Negativrenditen, die inzwischen viele Staatsanleihen abwerfen, ist das noch immer attraktiv. Nicht zuletzt auch deshalb hat gerade die zur Allianz gehörende Investmentgesellschaft PIMCO in ihrem Ausblick auf das zweite Halbjahr Real Estate Investment Trust als interessant herausgestellt. Aus Gründen der allgemeinen Vorsicht und zum Schutz vor negativen Überraschungen gilt aber der Rat, Positionen mit Stopp-Loss-Kursen abzusichern. 

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