Hess Investment Gruppe mit gutem Gespür

Die Hess Investment Gruppe kauft Geschäftsimmobilien, erweckt sie zu neuem Leben und vermietet sie. Manchmal haben diese Objekte eine glorreiche Vergangenheit, wie die ehemalige Stadthalle Zürich.

«Wir bauen und bauen und verbrauchen kein Land.» Das sagt Hermann Hess, Unternehmer, Pianist und Kurzzeit-Nationalrat aus Amriswil. Ökologie im besten Sinne ist das, denn der Boden ist knapp. 20 bis 30 Millionen Franken investiert die Hess Investment Gruppe pro Jahr in Immobilien.

Im Thurgau fällt der Name Hess derzeit vor allem in Verbindung mit dem geplanten Hotel am Hafen von Romanshorn. Weitaus mehr beschäftigen die Hess-Gruppe allerdings Projekte in Zürich, Rümlang, Stuttgart und Basel. Keine gewöhnlichen Häuser. Das Unternehmen ist auf Gewerbeliegenschaften spezialisiert. Manche standen seit Jahren leer. Einige haben eine glorreiche Vergangenheit, sind aber in die Jahre gekommen, vielleicht sogar verlottert.

Hess Investment Gruppe – Sinn fürs Schöne bis ins Detail

Für sie entwickelt Hess Investment Konzepte, schenkt ihnen ein neues Leben. «Revitalisierung» nennt sich das. Die ehemalige Stadthalle Zürich ist so ein Beispiel. Anfang des 20. Jahrhunderts beherbergte sie einen der ersten grossen Säle der Schweiz. Lenin war hier zu Gast, Boxkämpfe wurden abgehalten und die Heilsarmee schöpfte Suppe für Arme aus. Später wurde daraus eine Autogarage.

Das ist ein Objekt, wie es den Kunstliebhaber Hermann Hess begeistert. Jetzt legen Restauratoren die Malereien der alten gewölbten Decke frei. Nächstes Jahr wird hier Schweiz Tourismus seinen Hauptsitz eröffnen. Auf über 2000 Quadratmetern entstehen Büros. Die alte und die neue Geschichte sollen sichtbar werden. «Der Denkmalpflege haben unsere Plänen sehr gefallen», sagt Hess.

Er ist ein Ästhet, das zeigt sich an kleinen Dingen wie dem Einstecktuch mit Glencheck-Muster oder der filigranen Deckenlampe im Eingang des Firmensitzes in Amriswil. Eine Etage reicht der Hess-Gruppe, der Rest des Hauses ist vermietet.

Vom Fenster aus sieht Hermann Hess auf die Grossbaustelle der Migros. Zusammen mit dem jetzigen «Amriville» entsteht hier das mit Abstand grösste Einkaufszentrum des Thurgaus. «Grösser als das Lago in Konstanz.» Zwischen den Gebäuden wird ein neuer Platz gebaut. Die Granitsteine werden in Form eines Hahnentrittmusters gelegt. Darauf ist er besonders stolz. Das Stoffmuster spannt den Bogen zum Ursprung des Familienunternehmens, gegründet vor 140 Jahren als Bekleidungsfirma, die Herrenanzüge herstellte und Verkaufsläden führte.

Der CEO ist ein Studienkollege

1978 trat Hermann Hess als fünfte Generation in die Geschäftsleitung ein. «Das geht nicht gut», prophezeiten die Kritiker: «Der spielt Klavier und liest Thomas Mann.» Doch Hermann Hess ist bei allem Kunstsinn auch Geschäftsmann. Nach einem zehnjährigen Kampf musste er aber einsehen, dass in diesem Segment kein Geld mehr zu verdienen ist. Er verkaufte die Textilfirma, behielt aber die Immobilien. Nachdem alles geregelt war, habe er sich gefragt: «Was ist jetzt mein Beruf?» Die Antwort war ein Studium in Deutschland als Immobilienökonom. Erst da habe er begriffen, wie kreativ das Immobiliengeschäft sein kann. Zu seinen Kommilitonen gehörte Klaus Morlock, ein gebürtiger Stuttgarter. Vor 15 Jahren holte er ihn als CEO in sein Unternehmen.

Heute sagt Hermann Hess, es sei ein Glück gewesen, dass er damals die Branche gewechselt habe. «Als Textilfirma wären wir untergegangen.» Hess Investment kauft Geschäftshäuser, um sie zu entwickeln, zu vermieten und zu behalten. «Wir suchen nach Nutzungen, die langfristig sind», sagt Morlock. Denn zufriedene Mieter bleiben und davon profitiert auch der Vermieter. Denn jeder Wechsel koste Geld. Das ist auch der Grund, warum die Hess Investment AG sich selbst um die Vermietung kümmert. «Wir haben gerne mit unseren Mietern zu tun», sagt Morlock, «denn das sind unsere Kunden».

Jeden Tag bekommt er Immobilien angeboten. Dann trifft er die grobe Auswahl. «Von 100 Objekten sind etwa zehn interessant.» Davon bleibe nach einer Besichtigung vielleicht ein Objekt übrig.

Die Gruppe finanziert sich aus eigner Kraft. «Unser Ziel ist nicht ein schnelles Wachstum, sondern ein organisches», sagt Hess. Das Immobilienportfolio hat derzeit einen Wert von rund 400 Millionen Franken und wächst weiter.

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